Werkstattplanung fürs Handwerk.
Werkstatt und Fertigung steuern
Die Baustelle wird geplant, die Werkstatt wird zugerufen. Das geht gut, solange eine Person den Überblick hat. Ab der zweiten Halle und dem dritten parallelen Auftrag wird daraus ein Ratespiel.

Werkstattplanung beantwortet eine andere Frage als die Baustellenplanung. Draußen geht es darum, wann welches Team wo hinfährt, drinnen darum, wie viel Arbeit gerade durch Zuschnitt, Vorfertigung und Endmontage läuft und ob die Halle das in dieser Woche schafft. Betriebe mit eigener Fertigung und Einsätzen vor Ort führen zwei Planungen nebeneinander, und genau diese Doppelung ist der Bereich, für den Artesa gebaut ist.
Dabei ist im Handwerk fast jeder Auftrag eine Auftragsfertigung, oft eine echte Einzelfertigung: keine Serie, über die sich Rüstzeiten verteilen, keine Stückliste, die zweimal gilt. Zu steuern bleiben Zeit, Leute und Bereiche.
Wo die Zuruf-Organisation kippt
Die Steuerung läuft über den Meister, daneben hängt eine Magnettafel oder läuft eine Tabelle mit. Beides hält fest, was ansteht, aber nicht, wie voll ein Bereich in dieser Woche ist. Ab einer gewissen Betriebsgröße trägt Excel im Handwerk das nicht mehr, und auch der Umstieg von der Magnettafel hilft erst, wenn jeder Bereich eine hinterlegte Kapazität hat.
- Die Reihenfolge steckt im Kopf des Meisters.
- Maschinenbelegung fällt erst beim Konflikt auf.
- Werkstatt und Baustelle in getrennten Listen.
- Jeder Bereich hat eine sichtbare Auslastung.
- Doppelbelegung fällt beim Einplanen auf.
- Vorfertigung und Montage hängen am selben Auftrag.

Arbeitsbereiche statt einer großen Halle
Zuschnitt, Kantenbearbeitung, Vorfertigung, Oberfläche, Endmontage: In Artesa sind das eigene Arbeitsbereiche. Auf der Arbeitsbereichstafel siehst du je Bereich, wie viele Stunden dort eingeplant sind, wer dort arbeitet und wo Luft oder ein Engpass entsteht.
Wie viel ein Bereich pro Tag überhaupt leisten kann, hinterlegst du je Arbeitsbereich als Personenstunden. Erst dadurch wird aus einer Belegung eine Aussage.

Vorfertigung hängt am Auftrag
Was in der Werkstatt passiert, ist ein Arbeitsschritt am Auftrag, mit eigener Dauer und eigenen Leuten, aufgebaut in der Auftragsplanung. Damit steht die Fertigung in derselben Planung wie alles andere und nicht in einer zweiten Liste.
Eine Maßänderung vom Aufmaß liegt am selben Auftrag, statt auf einem Zettel im Bulli.

Werkstatt und Baustelle auf einer Tafel
Wer vormittags vorfertigt und nachmittags mitfährt, ist einmal eingeplant und nicht zweimal. Auf der digitalen Plantafel stehen beide Seiten nebeneinander, deshalb fällt eine Doppelbelegung beim Zuweisen auf und nicht am Morgen im Hof.
Maschinen und Arbeitsplätze mitplanen
Eine Werkstatt hat Engpässe, die keine Personen sind: die CNC, die Kantbank, die Lackierkabine, der eine große Arbeitstisch. Wenn zwei Aufträge dieselbe Station brauchen, entscheidet sich daran die Woche.
Maschinen und Arbeitsplätze bekommen deshalb einen eigenen Eintrag über die Rolle Beobachter: kein Login, aber auf der Tafel verplanbar wie eine Person. Wer die Lackierkabine ein zweites Mal einplanen will, sieht die Belegung vorher.
Von der Wochenplanung zur Arbeitsvorbereitung
Die Werkstattbesprechung am Montagmorgen ist in vielen Betrieben der eigentliche Planungstermin der Werkstattleitung, und sie funktioniert besser, wenn alle auf dieselbe Ansicht schauen statt auf vier Zettel. Konstruktion, Bestellung und Vorbereitung sind eigene Bereiche mit eigener Auslastung, damit sichtbar wird, ob der Engpass in der Fertigung liegt oder davor bei den Unterlagen.
Liegt er immer an derselben Stelle, hilft keine Umplanung, sondern nur Prozessoptimierung im Handwerk. Ob für einen zusätzlichen Auftrag Platz ist, beantwortet die Kapazitätsplanung, wiederkehrende Fertigungen stehen als Standardablauf samt Dauer schon da.
Planung, keine Maschinensteuerung
Artesa plant Zeit, Personen und Ressourcen: Es rechnet keine Stücklisten, führt kein Lager und übernimmt keine Daten aus der Maschine. Was aus der Halle zurückkommt, meldet der Mitarbeiter selbst, als Zeit und Status am Arbeitsschritt. Ob Material da ist, bildest du als Meilenstein am Auftrag ab. Wer echte Bestandsführung braucht, behält sein Warenwirtschaftssystem und bindet es über Schnittstellen an.
Was die Fertigung wirklich gekostet hat
Geplant waren zwölf Stunden Vorfertigung. Ob das gestimmt hat, weiß die Geschäftsführung meist nur als Gefühl, weil die Werkstattstunden am Monatsende in einer Summe landen und nicht am Auftrag.
Sobald das Team seine Zeiten auf den Arbeitsschritt bucht, in der Halle meist per Chip am Terminal, schreibt die Projektzeiterfassung die Stunden an den Schritt, und in der Nachkalkulation steht der Soll-Ist-Vergleich daneben. Wie weit das gehen kann, zeigt Treppenbau Plath: 13 Terminals an CNC, Bankraum, Oberfläche und Kommissionierung, die Fertigmeldung sofort im Büro.
Die Halle plant sich nicht von allein
14 Tage selbst testen oder vorher mit uns telefonieren
Bei euch hängt die Werkstatt am Zuruf und die Baustelle an der Tafel? Geh eine typische Woche mit uns durch, Halle und Baustelle nebeneinander. Danach weißt du, woran sich die Auslastung ablesen lässt.
Das sagen Betriebe, die damit arbeiten










Häufig gestellte Fragen
Die Steuerung der Arbeit, die im eigenen Haus anfällt: Zuschnitt, Vorfertigung, Oberfläche, Endmontage. Sie beantwortet, wie viel Arbeit gerade durch welchen Bereich läuft und ob die Termine dahinter halten. Der Unterschied zur Baustellenplanung ist der Ort: dort mobile Teams, hier feste Bereiche und Stationen.
Die Montageplanung ist der Übergang: Werkstatt fertig, Team verfügbar, Baustelle zugänglich. Die Werkstattplanung ist die Seite davor: ob die Halle bis dahin überhaupt liefern kann. Beide hängen am selben Auftrag, deshalb sieht man beim Verschieben sofort die Folgen für die andere Seite.
So viele, wie ihr tatsächlich getrennt steuert. Ein Bereich lohnt sich dort, wo eine eigene Kapazitätsgrenze liegt und regelmäßig etwas klemmt. Drei bis sechs reichen in den meisten Werkstätten. Wer jede Maschine zu einem Bereich macht, pflegt mehr, als er ablesen kann.
Nein, und für die meisten Handwerksbetriebe wäre das auch der falsche Weg. Ein PPS-System plant Material und Mengen für Serien, ein MES (Manufacturing Execution System) steuert und protokolliert die Fertigung an der Maschine. Beides setzt wiederkehrende Teile und angebundene Anlagen voraus, und genau das fehlt in der Auftragsfertigung. Deshalb bleibt die Zeit die Steuerungsgröße und die Plantafel statt PPS oder MES die Flughöhe, die im Alltag noch gepflegt wird.
Ja. Jeder Mitarbeiter hat eine eigene Ansicht mit seinen Arbeitsschritten und den Aufgaben dazu, am Terminal in der Halle oder auf dem Handy. Änderst du im Büro die Reihenfolge, steht die Änderung dort und die Betroffenen werden benachrichtigt.
Grob ab dem Punkt, an dem die Werkstatt mehrere Aufträge parallel bearbeitet. Typisch sind Betriebe ab etwa zehn Leuten, besonders dort, wo eigene Fertigung und Einsätze vor Ort zusammenkommen. Bei einem Auftrag nach dem anderen reicht die Tafel meist noch.







